
Wie viele Staplerfahrer braucht eine Schicht?
Die benötigte Besetzung ergibt sich aus Arbeitsvolumen, Zeitbedarf, verfügbarer produktiver Zeit und den erforderlichen Qualifikationen. Berechnen Sie den Bedarf getrennt nach Zeitfenster und Arbeitsbereich. Ein Durchschnitt über den ganzen Tag kann Engpässe beim Wareneingang oder bei Verladeterminen verdecken, obwohl die Gesamtzahl der Beschäftigten rechnerisch ausreichend erscheint.
Beginnen Sie mit der Frage, welche Aufgaben gleichzeitig zuverlässig abgedeckt sein müssen. Die Zahl vorhandener Stapler ist dafür kein ausreichender Maßstab. Ein Fahrzeug kann zeitweise ungenutzt sein, während an anderer Stelle ein personeller Engpass besteht. Umgekehrt löst zusätzliches Personal keine Wartezeit, die durch fehlende Warenfreigaben oder blockierte Übergabeflächen entsteht.
Die richtigen Daten aus Ihrem eigenen Betrieb verwenden
Erfassen Sie mehrere repräsentative Schichten und kennzeichnen Sie Sondereffekte. Hilfreich sind Auftrags- oder Bewegungsmengen, Zeitfenster, Nachschubaufgaben, Übergaben und unvermeidbare Nebenarbeiten. Verwenden Sie keine allgemeinen Leistungswerte aus dem Internet als feste Personalvorgabe. Wege, Ware, Geräte und Prozesse unterscheiden sich zu stark, um daraus eine verlässliche Besetzung abzuleiten.
Halten Sie fest, was eine Zeitkennzahl bereits enthält. Wenn ein gemessener durchschnittlicher Transportvorgang schon typische Wartezeiten umfasst, dürfen dieselben Wartezeiten nicht nochmals pauschal aufgeschlagen werden. Dasselbe gilt für Pausen und Nettoarbeitszeit. Eine sauber beschriftete Rechnung ist hilfreicher als eine scheinbar präzise Zahl mit unklaren Annahmen.
Ein einfaches Rechenbeispiel für die Mengenplanung
Das folgende Beispiel ist ausschließlich illustrativ und kein Leistungsstandard: Ein abgegrenzter Arbeitsbereich erwartet in einer Schicht 420 vergleichbare Transportvorgänge. Für die Planung werden anhand eigener Beobachtungen durchschnittlich drei Minuten je Vorgang angesetzt. Daraus entstehen 1.260 Minuten beziehungsweise 21 Stunden Arbeitsbedarf. Pro eingeplanter Person stehen in dieser Rechnung sechs produktive Stunden für genau diese Aufgaben zur Verfügung.
21 Stunden geteilt durch sechs Stunden ergeben 3,5 rechnerische Personenschichten. Für dieses vereinfachte Modell wären also mindestens vier gleichzeitig passend eingeplante Personen nötig. Urlaub, Krankheit und Einarbeitung sind in der Beispielrechnung noch nicht enthalten. Ebenso muss geprüft werden, ob der zeitliche Verlauf der Aufträge vier Personen tatsächlich sinnvoll auslastet und ob sämtliche erforderlichen Arbeitsbereiche abgedeckt sind.
| Größe | Annahme | Ergebnis |
|---|---|---|
| Arbeitsmenge | 420 Vorgänge × 3 Minuten | 1.260 Minuten |
| Arbeitsbedarf | 1.260 Minuten ÷ 60 | 21 Stunden |
| Nettozeit je Person | 6 Stunden für diesen Aufgabenbereich | 3,5 Personenschichten |
| Vorläufige Besetzung | Auf volle Personen aufrunden | 4 Personen; weitere Prüfungen nötig |
Die Besetzung mit einer Qualifikationsübersicht abgleichen
Prüfen Sie nun, welche Personen die geplanten Aufgaben tatsächlich übernehmen können. Führen Sie Geräte und Arbeitsbereiche getrennt, statt nur „Staplerschein vorhanden“ zu vermerken. Ein Mitarbeiter, der für den vorgesehenen Bereich noch nicht vorbereitet ist, kann dort nicht einfach als voll verfügbare Vertretung gerechnet werden. Die fachliche Zuordnung orientiert sich am konkreten Einsatz und den betrieblichen Entscheidungen.
Der DGUV Grundsatz 308-001 dient als fachliche Grundlage für Fragen der Qualifizierung. Für Ihr internes Planungsblatt genügen anschließend klare Statusangaben, etwa „für diesen Bereich vorgesehen“, „Einarbeitung läuft“ und „noch offen“. Der Ratgeber Beauftragung und Unterweisung beschreibt, wie Sie die Einsatzvorbereitung organisatorisch abbilden können.
Ausfälle, Übergaben und Einarbeitung realistisch berücksichtigen
Leiten Sie Vertretungsbedarf aus Ihren eigenen Abwesenheitsdaten und den tatsächlich erforderlichen Qualifikationen ab. Eine pauschale Reserve für die gesamte Belegschaft kann verbergen, dass nur eine Person einen bestimmten Bereich abdeckt. Kennzeichnen Sie solche Einzelabhängigkeiten und prüfen Sie gezielt, ob zusätzliche Qualifizierung oder eine weitere Einstellung sinnvoll ist.
- Welche Aufgaben haben bei gleichzeitigem Ausfall zweier Personen keine Vertretung?
- Wo werden Übergaben zwischen Früh- und Spätschicht benötigt?
- Wer begleitet neue Mitarbeiter, und welche Kapazität bindet diese Aufgabe?
- Welche Tätigkeiten lassen sich zeitlich verschieben, ohne Folgeprozesse zu gefährden?
- Welche Engpässe entstehen durch Geräte oder Prozesse statt durch Personal?
Ein neuer Mitarbeiter sollte während der Einarbeitung nicht pauschal mit der vollen späteren Leistung angesetzt werden. Vereinbaren Sie beobachtbare Lernschritte und passen Sie die Planung an den tatsächlichen Fortschritt an. Berücksichtigen Sie dabei auch die Zeit der anleitenden Person; dieselbe Stunde kann nicht gleichzeitig vollständig für Anleitung und eigene Transportaufgaben verplant werden.
Aus dem Engpass ein konkretes Suchprofil machen
Der nächste Suchauftrag sollte die festgestellte Lücke beschreiben: etwa regelmäßiger Bedarf in einem bestimmten Schichtfenster, passende Erfahrung mit benannten Geräten und Unterstützung für einen klar begrenzten Arbeitsbereich. Hinweise zur Geräteauswahl finden Sie unter Frontstapler oder Schubmaststapler. Einen dauerhaften Grundbedarf sollten Sie getrennt von einzelnen Auftragsspitzen betrachten.
DACHma Talent unterstützt die strukturierte Suche nach Staplerfahrern für Ihren Betrieb. In der Logistik-Übersicht finden Sie die weiteren Berufsgruppen. Teilen Sie uns über die Bedarfsanfrage Schichten, Aufgaben und die geplante Einarbeitung mit, damit sich eine Besetzung fachlich und organisatorisch einordnen lässt.


