
Wie berechnet man den Personalbedarf in der Kommissionierung?
Teilen Sie die erforderlichen Arbeitsminuten einer Schicht durch die produktiv verfügbare Zeit je anwesender Person. Das Ergebnis ist zunächst die notwendige Anwesenheit für diese Arbeitsmenge. Für einen längerfristigen Stellenplan berücksichtigen Sie anschließend die realistische Verfügbarkeit des Teams. Wichtig ist eine einheitliche Rechengrundlage: Pausen, Wege, Störungen und Abwesenheiten dürfen weder fehlen noch mehrfach angesetzt werden. Ein Durchschnittswert ist zudem kein Ersatz für die Prüfung von Spitzen und Mindestbesetzungen. Ergänzende Hinweise für Arbeitgeber veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit.
Arbeiten Sie mit Daten Ihres Standorts. Eine pauschale Zahl „Picks pro Stunde“ kann Unterschiede bei Sortiment, Laufwegen, Chargenprüfung oder Auftragsstruktur verdecken. Die Tätigkeit der Kommissionierer und Verpacker sollte vor der Rechnung klar abgegrenzt sein: Gehören Verpacken, Nachschub und Rückläufer bereits dazu oder werden sie separat geplant?
Zuerst die Leistungseinheit und Prozessgrenze festlegen
Entscheiden Sie, ob Sie mit Aufträgen, Auftragspositionen, Artikeln oder Behältern rechnen. Diese Einheiten sind nicht austauschbar. Ein Auftrag kann eine Position oder viele Positionen enthalten; eine Position kann mehrere Stück umfassen. Halten Sie außerdem fest, ob eine gemessene Bearbeitungszeit bereits Laufwege, Bestätigungen und normale Kontrollen enthält. Nur zusätzliche, noch nicht enthaltene Aufgaben dürfen anschließend ergänzt werden.
Bei einem gemischten Sortiment empfiehlt sich die Trennung in wenige sinnvolle Auftragsklassen. Kleine Standardartikel, sperrige Ware und prüfintensive Aufträge können unterschiedliche Zeiten erhalten. Verwenden Sie repräsentative Beobachtungen aus mehreren vergleichbaren Schichten und dokumentieren Sie besondere Bedingungen. Ein einzelner besonders ruhiger Tag oder die Leistung einer sehr erfahrenen Person ist keine belastbare Grundlage für jede Besetzung.
Illustratives Rechenbeispiel für eine Schicht
Die folgenden Werte sind frei gewählte Planungsannahmen, keine Leistungsnorm für Ihre Beschäftigten. Angenommen werden 1.200 Auftragspositionen mit durchschnittlich zwei Arbeitsminuten je Position. Darin sind Entnahme, normale Wege und Bestätigung bereits enthalten. Hinzu kommen 180 Arbeitsminuten für separat erfasste Nebenaufgaben. Je anwesender Person stehen nach allen hier angesetzten nicht produktiven Zeiten 360 Minuten für diese Aufgaben zur Verfügung.
| Rechenschritt | Ansatz | Ergebnis |
|---|---|---|
| Kommissionierarbeit | 1.200 Positionen × 2 Minuten/Position | 2.400 Arbeitsminuten |
| Zusätzliche Aufgaben | Noch nicht enthaltene Tätigkeiten | 180 Arbeitsminuten |
| Gesamtbedarf | 2.400 + 180 | 2.580 Arbeitsminuten |
| Rechnerische Anwesenheit | 2.580 ÷ 360 Minuten/Person | 7,17 Personen |
| Geplante Schichtbesetzung | Für diese Schicht auf volle Personen aufrunden | 8 anwesende Personen |
Die 360 Minuten sind in diesem Beispiel bereits Nettozeit. Ziehen Sie Pausen oder bereits berücksichtigte Unterbrechungen deshalb nicht ein zweites Mal ab. Umgekehrt wäre eine unbereinigte Anwesenheitsdauer kein geeigneter Nenner. Prüfen Sie auch, ob die zusätzlich angesetzten 180 Minuten tatsächlich außerhalb der gemessenen Positionszeiten liegen. Eine doppelt erfasste Nebenaufgabe erhöht den rechnerischen Bedarf ohne sachlichen Grund.
Anwesenheitsbedarf und Stellenplan unterscheiden
Die acht Personen im Beispiel müssen in der betreffenden Schicht verfügbar sein. Für einen dauerhaft zu besetzenden Schichtblock reicht deshalb ein Stellenplan mit genau acht Personen möglicherweise nicht aus. Nehmen wir rein illustrativ eine über den Planungszeitraum ermittelte Verfügbarkeit von 90 Prozent an: Acht benötigte Anwesenheiten geteilt durch 0,90 ergeben 8,89 vergleichbare Stellenkapazitäten. In einer einfachen Planung mit gleichartigen Vollzeitstellen wären neun Stellenkapazitäten anzusetzen. Teilzeit, wechselnde Schichten und übergreifende Vertretungen erfordern eine genauere Stundenplanung.
Die Verfügbarkeitsquote betrifft hier Abwesenheiten wie Urlaub oder sonstige Ausfallzeiten im Planungszeitraum. Sie enthält nicht erneut die bereits abgezogenen täglichen Pausen. Trennen Sie langfristig vorhersehbare Abwesenheiten von kurzfristigen Störungen. Wird eine Vertretungsreserve bereits zentral für mehrere Bereiche geplant, darf dieselbe Reserve nicht zusätzlich in jedem einzelnen Bereich vollständig angesetzt werden.
Zeitfenster, Engpässe und Lernphasen zusätzlich prüfen
Eine ausreichende Tageskapazität kann trotzdem zu spät verfügbar sein. Wenn viele Aufträge vor einem Abholtermin fertig sein müssen, betrachten Sie dieses Zeitfenster gesondert. Prüfen Sie außerdem, ob Nachschub, Staplertransport oder Verpackung die Kommissionierung begrenzen. Mehr Picker helfen wenig, wenn keine Ware nachkommt oder fertige Behälter nicht übernommen werden. Die Planung der Staplerbesetzung sollte deshalb dieselben Mengen- und Zeitannahmen verwenden.
Aus der Rechnung einen konkreten Personalauftrag ableiten
Halten Sie Basismenge, Spitzenmenge, Nettozeit, Prozessgrenzen und Unsicherheiten schriftlich fest. Neue Mitarbeiter erreichen den geplanten Ablauf erst nach passender Einarbeitung; die betreuende Person benötigt ebenfalls Zeit. Prüfen Sie die Annahmen nach dem Start anhand vergleichbarer Schichten und korrigieren Sie Ursachen statt lediglich Zielwerte zu erhöhen. Für Saisonspitzen ergänzen Sie einen eigenen Mengenverlauf. DACHma Talent kann Ihren dauerhaften Bedarf im Rahmen der Personalvermittlung für Spedition und Logistik mit dem passenden Rollenprofil besprechen.


